Softwarefrage zur Geschwindigkeitsmessung

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MichaelF
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Softwarefrage zur Geschwindigkeitsmessung

Beitrag von MichaelF »

Ich heisse Michael und komme aus Hamburg. Ich bin hier zufällig gelandet beim stöbern über Digitaltachos.
Ich habe mal eine Frage an einem Entwickler.
Wie funktioniert die Erfassung der Geschwindigkeit mit nur einem Magnet, ist das nicht ungenau? Ich habe mal etwas ähnliches versucht. Fazit war, dass das Messen des Impulsabstand OK war bei langsamen fahrten, aber das Messen der Radumdrehung besser bei hoher Geschwindigkeit. Wobei ich nur eine Auflösung von Zehnerschritten hatte, feiner habe ich garnicht erst versucht.

Grüsse aus Hamburg de Michael.
http://www.db9xq.de

[ralf: habe den Titel dieses Threads mal etwas detailliert, pardon]

Ralf
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Beitrag von Ralf »

Hi Michael,

du hast Recht, das obere + untere Spektrum der Geschwindigkeit gleich genau zu erfassen, ist wegen der stark unterschiedlichen Zeiten schwierig. Wir benutzen deswegen zwei kaskadierte 16Bit Timer und messen die Zeit von einem Radimpuls (Interrupt) zum nächsten.

Bei niedrigen Raddrehzahlen (z.B. 1 Impuls/Sek. = ca. 2m/s) ergibt sich also ein extrem hoher Countvalue der Timers mit einer extrem hohen (und unnötigen) Genauigkeit. Bei hohen Raddrehzahlen dagegen kommen wir in Bereiche von ca. 2% theoretischer Genauigkeit (bedingt durch dieTimerauflösung) bei 200 km/h, die beim SIxO nochmal durch einen kleinen Filter gejagd werden.

Wenn dich ein paar theoretische Fehlerrechnungen zum SIxO-Geschwindigkeitssignal interessieren, kann ich dir mal ein Dokument von uns raussuchen. :)

Bye, Ralf

MichaelF
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Beitrag von MichaelF »

@Ralf
Danke Ralf für die Antwort. Wobei ich jetzt verwirrt bin.
messen die Zeit von einem Radimpuls (Interrupt) zum nächsten
Das hatte ich auch durchgerechnet. Da ergibt sich bei mir
190 kmh = 349mSekunden
200 kmh = 332mSekunden Impulsabstand. Das liegt ganz schön eng zusammen.
Bei niedrigen Raddrehzahlen (z.B. 1 Impuls/Sek. = ca. 2m/s)
Ich habe bei meinem Radumfang
10 kmh = 1,5 Umdrehung pro Sekunde
20 kmh = 3 Umdrehung pro Sekunde (logisch)
Das mit nur einem Magneten zu messen ist sehr ungenau.

Ich wollte es so anstellen, dass ich bei niedriger Geschwindigkeit den Pulsabstand messe und bei höherer Geschwindigkeit die
Umdrehungen.

Messt Ihr nun auch beides?? Sorry bin nicht so schnell.

Grüsse aus Hamburg de Michael.[/b]

Ralf
Beiträge: 568
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Beitrag von Ralf »

190 kmh = 349mSekunden
200 kmh = 332mSekunden Impulsabstand. Das liegt ganz schön eng zusammen.
Richtig, daher ist auch die relative Ungenauigkeit bei hoher Geschwindigkeit viel größer. Der SIxO-Timer ist so eingestellt, dass er bei ca. 240 km/h noch einen Timerwert von ca. 100 enthält.
Bei niedrigen Raddrehzahlen (z.B. 1 Impuls/Sek. = ca. 2m/s)Ich habe bei meinem Radumfang
10 kmh = 1,5 Umdrehung pro Sekunde
20 kmh = 3 Umdrehung pro Sekunde (logisch)
Das mit nur einem Magneten zu messen ist sehr ungenau.
Und wenn du mehrere benutzt, sollten sie wohl äquidistant sein, sonst 'wabert' dein Signal. Oder du benutzt spezielle Sensoren mit Inkrementalgebern (wie z.B. beim BMW-ABS), da hast du wunderschöne saubere Signale und kannst (bei zwei Gebern theor.) sogar 'vorwärts/rückwärts' unterscheiden.
Ich wollte es so anstellen, dass ich bei niedriger Geschwindigkeit den Pulsabstand messe und bei höherer Geschwindigkeit die
Umdrehungen.
Das ist ne nette Idee. Die Umschaltung zur Laufzeit stelle ich mir dann etwas tricky vor, damit das Geschwindigkeitssignal nicht plötzlich springt.
Messt Ihr nun auch beides?? Sorry bin nicht so schnell.
Ich finde, du antwortest ziemlich schnell... 8) NEIN, wir messen nur Zeiten von einem Impuls zum nächsten. Und wg. des potentiellen Flatterns (z.B. bei schlechten Reedkontakten) hat Arnbold sogar einen HW-Filter vorgeschaltet, der Impulse > ca. 380 km/h ganz unterbindet. (Sind schon einige SIxO-User drauf reingefallen, weil sie bereits Geber mit mehreren Impulsen/Umdrehung an ihrer Kiste haben).

Bye, Ralf

MichaelF
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Beitrag von MichaelF »

@Ralf

Alles geklärt vielen Dank. Macht Spass mal mit jemanden zu fachsimpeln der am gleichem Thema interessiert ist. Ich schrieb ja schon, so aufwändig sollte meine Sache nicht werden. Vielleicht werde ich mir im langen Winter noch einmal gedanken machen. Da ich von Assembler keine Ahnung habe und auch nicht die Selbstdisziplin habe es zu lernen, habe ich mich mit Atmel und einem Basiccompiler angefreundet. Ist recht einfach, und wenn man nicht gerade zum Mond fliegen möchte reicht es aus.

Viel Spass Ralf bei Eurem Projekt. Leider gibt es zu wenig davon.
Ich betreibe noch Amateurfunk der auch mal durch seinen Selbstbau und technische Rafinessen glänzte. Vom Glanz ist leider nicht mehr viel geblieben.

Mit besten Grüsse aus Hamburg de Michael.

Mein Moped http://www.db9xq.de

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